Die Durstrecke hat endlich ein Ende
André Springer für die Zürichsee-Zeitung
Der SC Horgen ist verdienter Schweizermeister 2026. In einer spannenden Partie besiegten die Einheimischen den SC Kreuzlingen deutlich mit 17:14 Toren. Damit gelang dem Rekordmeister vom Zürichsee in der Finalserie «best of five» ein makelloser 3:0-Sieg. Für Horgen ist dies der 31. Meistertitel in der Vereinsgeschichte und der erste seit 11 Jahren.
Die Erleichterung stand den Akteuren ins Gesicht geschrieben, als im Sportbad Käpfnach die Schlusssirene ertönte. Vor allem Trainer Lukasz Kieloch, der nach dem letztjährigen vierten Schlussrang immer wieder in der Kritik stand, war erleichtert: « Für mich und die Mannschaft ist der Sieg eine grosse Genugtuung. Wir hatten in diesem Jahr ein sehr ausgeglichenes Team mit zwei starken Ausländern. 12 gleichwertige Spiele zu haben, erlaubte es mir, alle Spieler auch regelmässig einzusetzen. Jeder konnte jeden ersetzen.» Trotzdem wurde Kieloch nach der erfolgreichen Vorrunde nicht euphorisch und blieb am Boden. «Ich weiss aus den Erfahrungen der letzten Jahre, was es heisst, nahe am Meistertitel zu sein und dann doch nur zweiter zu werden. Deshalb blieb ich mit meinen Erwartungen am Boden und schaute in den Playoffs nur von Spiel zu Spiel.» Für den Routinier und Schweizermeister 2015, Petar Bjelajac, war einer der Gründe der unbändige Siegeswillen in diesem Jahr: «Ich glaube, dass wir den Sieg in diesem Jahr einfach mehr wollten als Kreuzlingen. Nach den vielen verpassten Titel-Chancen der vergangenen Jahre wollten wir in dieser Saison unbedingt Meister werden. Diese Siegermentalität liessen wir in den vergangenen Jahren manchmal ein bisschen vermissen, die jungen Spieler mussten erst lernen, auch in den wichtigen Playoff-Phasen kühlen Kopf zu bewahren. Diese Siegermentalität lernt man nicht von einem Tag auf den anderen, das braucht Zeit».
Erleichtert zeigte sich vor allem aber auch Vereinspräsident Marc Fritschi: «Es hat sich gezeigt, dass wir mit unserer Strategie auf dem richtigen Weg sind und dies sich auch einmal ausbezahlen wird. Vor allem freue ich mich in erster Linie für Trainer Kieloch, der in den vergangenen Jahren als Clubtrainer doch immer wieder einmal in der Kritik stand. Für ihn freut es mich speziell, dass er seine Mannschaft in nur drei Partien gegen Kreuzlingen zum Schweizermeister-Titel führen konnte.» Gleichzeitig lobt Marc Fritschi aber auch die Leistung der ganzen Mannschaft und insbesondere auch die der beiden Ausländer Tamas Boros und Alex Csacsovszky: «Die beiden Ungaren passten bestens ins Team. Sie gehören nicht nur zu den stärksten Ausländern, die in den vergangenen Jahren in Horgen spielten, sondern sie harmonierten bestens mit der Mannschaft. Tamas und Alex brachten mit ihrem Teamgeist im und neben dem Schwimmbecken vor allem die jungen Spieler auf ein neues Level». Am Tag nach dem Meistertitel plant Marc Fritschi bereits die Zukunft der Horgner Wasserballer: «Wir werden mit Boros und Csacsovszky auch die nächste Saison bestreiten. Tamas hat einen Zweijahresvertrag und Alex wird sicher noch ein weiteres Jahr bei uns bleiben».
Für Horgen endet mit dem 31. Meistertitel eine Durststrecke von 11 Jahren. Nachdem die Zürcher 2024 bei ihrem 100-jährigen Jubiläum knapp an Kreuzlingen scheiterten und einer verknorzten letztjährigen Saison, ist der Sieg für den Rekordmeister in allen Belangen eine grosse Genugtuung. Für Routinier Julian Osinski steht der Erfolg im Zusammenhang mit dem Mix der Mannschaft: «Mit den beiden herausragenden Ungaren, den Routiniers wie Fröhli oder Bjelajac zogen auch die jüngeren Spieler mit und Horgen präsentierte sich in diesem Jahr als homogene Mannschaft. Ich war überzeugt, dass wir es in diesem Jahr schaffen werden, auch wenn ich insgeheim damit gerechnet habe, dass wir für den Sieg drei Heimspiele benötigen».
Nach der Pokal- und Medaillenübergabe feierten die Wasserballer mit Anhang und Fans im eigenen Clubhaus bis in die frühen Morgenstunden ihren verdienten Meistertitel
Mit dem NLA-Meistertitel schliesst der Schwimmclub Horgen eine der wohl erfolgreichsten Saisons ab:
Meister U10; Meister U12 (Dolphins Girls Team), Silber U12 (Sharks Boys Team); Meister U14; Bronze U18; NLD 2. Platz Cup; Meister NLA!
Diese Resultate sind nur möglich dank einer funktionierenden Vereinsstruktur und etlicher Personen im Hintergrund, die tagtäglich in irgendeiner Funktion, egal ob Vorstand, die Spieler, die Coaches, die Kampfrichter, bis hin zu den Grilleuren und der Pflotschi-Wirtin für den SCH viel Zeit und noch mehr Engagement opfern.
Ein grosser Dank geht auch an die beiden Sponsorenvereinigungen CLUB 81 und SCHupporters, die seit Jahren eine wertvolle finanzielle Unterstützung für den Verein zur Verfügung stellen. Auch ein riesiges Merci an die vielen grosszügigen Sponsoren, ohne sie könnte der Betrieb nicht auf diesem Niveau geführt werden.
Und danke an alle SCH-Mitglieder und Fans – Käpfnach hat gebrannt!
Der SCH gönnt sich jetzt mal die wohlverdiente Pause. Wir freuen uns bereits jetzt die nächste Saison in den Angriff zu nehmen!